Freie Wähler - Schleswig-Holstein & Kreisvereinigung Hansestadt Lübeck

Wie steht Ihre Partei/Fraktion zur Inklusion?

Wir stehen hinter der UN-Behindertenrechtskonvention und machen uns für die Eingliederung der Menschen mit Behinderung in alle Lebensbereiche stark. Inklusion ist eine Aufgabe, die sehr viel Umdenken in zahlreichen Lebensbereichen erfordert. Wir setzen uns dafür ein, dass dies von Politik und Gesellschaft gemeinsam geleistet wird. Dabei muss klar sein, dass dies die Städte und Gemeinden selbst nicht finanziell schultern können. Bund und Länder müssen hier die große finanzielle Verantwortung tragen.

Wo sieht Ihre Partei/Fraktion die größten Barrieren in Lübeck?

In Lübeck, wie auch im Rest des Landes ist eine wesentliche Schwierigkeit, die Umsetzung der Inklusion im Bereich der Schule. Hier wird in zu kurzer Zeit mit zu wenig finanziellen Mitteln versucht Erfolge zu erreichen. Dabei bleiben die Beteiligten leider auf der Strecke. Pläne, im Schulwesen die Förderzentren zu schließen, stufen wir als schwerwiegenden Fehler ein. Inklusion kann ausschließlich nur mit den Förderzentren funktionieren. Es ist für die Betroffenen von äußerster Wichtigkeit, auch einen Rückzugsort bei einer Verschlechterung der gesundheitlichen Lage zu haben. Oder, wenn nötig, eine zeitintensive Betreuung zu erhalten. Lehrer an Förderzentren benötigen für ihre Arbeit ein zehnsemestriges Fachstudium der Sozialpädagogik. Förderbedürftige Kinder benötigen teilweise eine 18-Stunden-Betreuung pro Tag. In dieser Umgebung wird sich um die Kinder gemessen an ihren Bedürfnissen gekümmert. An Regelschulen wird dies in dieser Form niemals möglich sein. Außerdem sind wir dagegen, ohne die nötigen Ressourcen, wie z.B. an den Regelschulen je Inklusions-Klasse mindestens einen Sonderpädagogen zusätzlich zum Klassenlehrer zu haben, die Inklusion zu Lasten der Betroffenen einfach trotz fehlenden Personals durchführen zu wollen. Darunter zu leiden haben die betroffenen Kinder, Familien und Schulen.

Was werden Sie bis zum 05.05.2018 tun, um Inklusion in Lübeck voranzubringen und bestehende Barrieren abzubauen?

Wir wollen folgende Punkte in ganz Schleswig-Holstein umsetzen: 1. Erhalt und Ausbau der Förderzentren; 2. Intensivere und engere Zusammenarbeit von Regelschulen und Förderzentren; 3. Einstellung von sonderpädagogischem und pflegerischem Personal, um die Inklusion an Regelschulen überhaupt verwirklichen zu können. Keine Inklusionsklassen ohne die nötigen Ressourcen.