Die LINKE

Was haben Sie seit 2009 unternommen, um die Inklusion in Lübeck voranzubringen?
In der vergangenen Wahlperiode haben es die Mehrheitsverhältnisse nicht hergegeben unsere Forderungen umzusetzen. Wir haben in der Bürgerschaft konsequent unterstützt und immer wieder inklusive Themen auf die Tagesordnung gebracht. Leider wurden unsere zahlreichen Anträge zum Thema, die wir in die Bürgerschaft eingebracht haben von den Mehrheiten abgelehnt.
Innerhalb der Ausschüsse haben wir immer wieder auf die Bedarfe von Menschen mit Behinderung hingewiesen. Wir waren fünf Jahre konsequente Stimme der Barrierefreiheit und Inklusion.
 
Was möchten Sie in der kommenden Wahlperiode bis 2023 erreichen?
„Wem gehört die Stadt?“ beantworten wir so: „Allen Menschen die in ihr leben und zwar zu gleichen Teilen“ - nach dieser Definition sollen Menschen mit gesundheitlichen und anderen Beeinträchtigungen ihren fairen und gleichen Anteil an der Stadt haben: „Lübecks Stärke soll in Zukunft die Vielfalt seiner Menschen und ihre Teilhabe an allen Bereichen des Zusammenlebens sein. (Seite 3)
 
Findet sich das Thema Inklusion in Ihrem Wahlprogramm und ist dieses barrierefrei?
Durch vielfältige Barrieren im Alltag ist Teilhabe für Menschen mit Einschränkungen kaum möglich. Auch in Lübeck sind Menschen nicht behindert, sondern werden im Alltag behindert.
Das Thema Inklusion zieht sich konsequent durch unser Kommunalwahlprogramm. Von der Präambel (Zieldefinition: „Wir wollen eine barrierefreie Stadt.“) bis zur letzten Seite; „Eine Stadt, die niemandem ausgrenzt“ Auf unserer Homepage können wir aktuell die von Ihnen geforderte barrierefreie Präsentation unseres Kommunalwahlprogramms leider noch nicht anbieten.
 
Können Sie sich vorstellen, Inklusion auch mit Bürgerbeteiligung zu gestalten?
Bürgerbeteiligung ist ein unerlässlicher Weg zur Akzeptanz der Demokratie und höherer Wahlbeteiligung. Deswegen ist es uns wichtig alle Lübecker*innen regelmäßig zu informieren und aktive und barrierefreie Mitgestaltung zu ermöglichen. Dazu müssen Informationen barrierefrei und in leichter Sprache auf www.luebeck.de, über digitale Kanäle und traditionell auf Papier zur Verfügung stehen. Es muss gelten: Ist die Verwaltung unserer Stadt nicht fähig Ziele schnellst- und bestmöglich zu erreichen, muss sie Aufgaben extern ausschreiben und dabei ALLE Kommunikationswege gleichrangig betreiben.
 
Was könnte in Lübeck bis zum 900-jährigen Jubiläum erreicht werden?
In unserer Vorstellungen eines Lübecks der Zukunft hat sich Inklusion selbstverständlich in allen Köpfen fest verankert, so dass niemand sie in Frage stellt. Barrieren in Lübeck sind zurückgebaut, so dass alle Menschen, die Möglichkeit haben sich aktiv und konkret an der Gestaltung unserer Stadt zu beteiligen.
 
 
Um die öffentliche Daseinsvorsorge sicherzustellen, arbeiten viele Ehrenamtliche über ihre Belastungsgrenzen hinaus. Was werden Sie unternehmen, um Ehrenamtler zu entlasten?
Eine Stadt für alle muss die Hürden in baulichen, kommunikativen, rechtlichen und administrativen Bereichen sowie Blockaden in den Köpfen überwinden. Stadt und Verwaltung unternehmen diesbezüglich keine nachhaltigen und flächendeckenden Maßnahmen, vor allem nicht in den Stadtteilen. Durch den Zuzug von Geflüchteten hat sich zudem der Aufgabenbereich der Inklusion deutlich erweitert. Unsere neuen Mitbürger*innen bedürfen im Alltag der Unterstützung in vielfältiger Hinsicht: Sprache und Kultur sind oft Barrieren, die aktuell nur durch ehrenamtliche Unterstützung – auch von der LINKEN – überwunden werden. Stadt und Verwaltung müssen hier bestehende Strukturen deutlich ausbauen, Ehrenamt stärker wertschätzen, begleiten und qualifizieren und vor allem mehr eigene Angebote schaffen. (…)Dazu werden wir eine „Anlaufstelle“ schaffen um Vereine und Einzelpersonen zu beraten, zu unterstützen und zu begleiten.