Bündnis 90/Die Grünen

Was haben Sie seit 2009 unternommen, um die Inklusion in Lübeck voranzubringen?
Die Grünen Lübeck, haben, gerade zum Thema Bau in der letzten Wahlperiode eigene Anträge gestellt, damit neu zu planende Bauvorhaben, den Aspekt der Barrierefreiheit stärker berücksichtigen.Gerade als Vorsitzender des Schul- und Sportausschusses ist es mir immer ein persönliches Anliegen, sowohl im Schul- als auch im Sportbereich eine voll inklusive Gesellschaft zu erreichen. Inklusion muss so selbstverständlich sein, dass es kein diskutiertes Thema mehr ist, sondern einfach akzeptiertes Menschenrecht
 
Was möchten Sie in der kommenden Wahlperiode bis 2023 erreichen?
Neben den oben genannten Themen, werden wir uns gerade beim Thema nachhaltige Mobilität akribisch mit dem Faktor Inklusion beschäftigen, ein dringender Ausbau des Fußgängerwegenetzes ist dafür unsere Grundlage, außerdem müssen wir sicherstellen, dass Barrierefreiheit nicht an der Türen der Verwaltung Halt macht. Jeder Verwaltungsbereich muss zeitnah für alle Menschen zugänglich sein. Das Thema inklusive Pflege wird unsere Fraktion ebenso umtreiben, wie die inklusive Beschulung aller.
 
Findet sich das Thema Inklusion in Ihrem Wahlprogramm und ist dieses barrierefrei?
In unserem Wahlprogramm findet sich das Thema Inklusion an etlichen Stellen wieder, da wir in jedem Themenbereich von einer ganz-gesellschaftlichen Struktur sprechen, ob nun im Bildungsbereich, oder der Kultur, ob im Sport oder im Arbeitsbereich. Alle gesellschaftlichen Aspekte müssen für alle Menschen zugänglich sein.Wir arbeiten derzeit noch einer Variante des Wahlprogramms in leichter Sprache, ansonsten ist unser Wahlprogramm barrierefrei.
 
Können Sie sich vorstellen, Inklusion auch mit Bürgerbeteiligung zu gestalten?
Inklusion funktioniert nur, wenn sie alle Teile der Gesellschaft voll durchdringt, es darf kein "Wir" und "Ihr" mehr geben. Es gibt für Inklusion keine Grenzen, also ein Gebärdendolmetscher in der Bürgerschaft ist nicht abwegig, nur weil es die kommunale Ebene der Politik ist. Über Barrierefreiheit macht sich unsere Gesellschaft derzeit einfach viel zu wenig Gedanken. Auch die Erstellung eines barierefreien Wahlprogramms war eine neue Erfahrung für mich. Ich habe die Aufgabe etwas unterschätzt. Allein dadurch habe ich einen wichtigen Eindruck erlangt, was Barrierefreiheit eigentlich bedeutet, wenn man den Begriff bis zum Ende denkt. Und da stehen wir am Anfagng. Inlusion akzeptiert keine Kompromisse, deswegen werden wir Grünen uns in jedem Berreich für eine 100% inklusive Gesellschaft einsetzen.
 
Was könnte in Lübeck bis zum 900-jährigen Jubiläum erreicht werden?
• Vollständige Barrierefreiheit im Bereich Mobilität
• Ein Gebärdendolmetscher in der Bürgerschaftssitzung ist selbstverständlich
• Alle Verwaltungsschreiben sind barrierefrei
• Das Thema Inklusion taucht in den Wahlprogrammen nicht mehr auf, weil unsere Gesellschaft alle Menschen so akzeptiert wie sie sind und eine gesellschaftliche Teilhabe in allen Bereichen ist ebenfalls selbstverständlich
• Inklusive Pflege findet in Lübeck überall und auch wieder selbstverständlich statt.
• Alle Lübecker Schulen lehren in voll inklusiver Pädagik
 
Um die öffentliche Daseinsvorsorge sicherzustellen, arbeiten viele Ehrenamtliche über ihreBelastungsgrenzen hinaus. Was werden Sie unternehmen, um Ehrenamtler zu entlasten?
Wir setzen uns auf Bundesebene für die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ein. Klar ist Ehrenamt muss unter Anderem in den Sozial- und Bildungsstrukturen besser gefördert werden. Ohne das Ehrenamt würde das Leben in unserer Gesellschaft nicht funktionieren, es ist nicht wegzudenkender Faktor unserer Gesellschaft und muss gestärkt werden. Aber nicht nur das Ehrenamt müssen wir stärker mitdenken auch die Beschäftigten in den inklusionsimmanenten Bereichen müssen besser bezahlt sein.